Vordergründig handelt es sich hier um 4 relativ kontrastarme Aufnahmen einer Hochzeitsgesellschaft. Wenn da nicht….
…das Wetter und die Landschaft, für eine ganz besondere Lichtsituation sorgen würde. Welche Lichtstimmung? Seh dir zunächst die vier Aufnahmen in dieser Gallerie an und scroll dann die Seite nach unten.
Ansalm Adams hätte vermutlich sofort nach den Filtern dunkelgelb oder orange gesucht.
Wer hier richtig hinsieht, sieht auf den zweiten Blick, die extrem klare Luft, an diesem Tag und auf den dritten, den starken kalt-warm Kontrast. Durch die, auf den Sand scheinende Sonne, welcher den warmen Sandton auf die Menschen reflektiert, die dadurch komplett in einen warmen Goldton getaucht werden und dem durch die klare Luft, stahl-blauen Himmel mit den knackig scharf darauf abgebildeten Wolken, die beinahe zum greifen nah erscheinen, entsteht hier eine scharfe Tontrennung, in kalte und warme Farben und eröffnet die Möglichkeit, durch eine geziehlte schwarz/weiss Umsetzung, den Kontrast so extrem zu verstärken, das aus der scheinbarene Banalität, ein ganz irres und interessantes Licht ensteht, was aus den normalen Hochzeitsbildern, beinahe eine Szenerie, wie aus einem Felini Film entstehen lässt. Wer das in Farbe nicht sehen kann, dem sollte spätestens beim durchblättern der Schwarz/Weiss Aufnahmen ein Licht aufgehen.
In Zeiten digitaler Aufnahmetechniken, suchen wir natürlich keine Filter, sondern machen zunächst ein normale Belichtung in der “richtigen” Helligkeit.
Vorraussetzung für die Bearbeitung ist eine Raw-Datei oder eine vergleichbare Qualität mit mindestens 16-Bit-Farbtiefe. Mit einem JPEG oder anderem bereits komprimiertes Dateiformat, wird die Sache nicht klappen. Beim öffnen der Raw Datei im Photoshop Raw Plugin, kann man bereits eine Einstellung wählen, die nicht Tonwertausgleichend, sondern Tonwertseparierend wirkt, also möglichst neutral, z.B. kann ein Umschalten des Weißabgleichs, von “wie Aufnahme” auf “Automatisch” bereits in diese Richtung wirken. Auf jedenfall nicht alles in eine Farbrichtung drehen.
Wie an der relativ flachen Farbaufnahme deutlich zu sehen ist, unterscheiden sich die Luminanz von Strand und Himmel kaum, also auch hier den Kontrast anziehen, bringt Nichts. Ganz im Gegenteil es ruiniert den Tonwertumfang in Lichtern und Schatten, den wir noch dringend brauchen. Wir öffnen die Datei lediglich mit dem möglichst größten kalt-warm Kontrast. Dann Bild > Korrekturen > Schwarzweiß. Wir drehen die gelb und rot Slider fast bis zu Anschlag hoch. Die Hauttöne werden dabei bis auf etwa Zone 7(siehe auch “Weg zur richtigen Belichtung”) hochgeschraubt, ein netter Nebeneffekt, Haut wird geschmeidig und fein, Frauen sehen 10 Jahre jünger aus und Hautunreinheiten verschwinden fast vollständig. Die Blau und Cyan Regler schiebt man fast bis zum Anschschlag runter. Der Himmel wird an dunklen Stellen fast schwarz, ebenso dunkle Kleidung mit hohem Blauanteil und weisse Wolken knallen deutlich hervor. Hier wird klar, warum das mit einer JPEG Datei nicht möglich ist und warum wir bei der Raw-Umwandlung den Kontrast nicht angezogen haben, eine derartige Vergewaltigung der Parameter würde der Tonwertumfang in den Partialkontrasten sonst nicht zulassen und Abrisse in den Verläufen wären die Folge. On Top, kann man die Aufnahme warm-tonen und die Sättigung der Tonung ganz nach unten ziehen, etwa 4%, bringt zusäzlichen Partialkontrast und macht das Bild noch “knackiger”.
Die Nummer funktioniert aber wirklich nur mit diesem Untergrund, nehmen wir als Untergrund z.B. Wiese, wie es meistens der Fall ist. Der hohe blau Anteil im grün, würde in die Hauttöne der Menschen abstrahlen, diese mit kalten Tonwerten “kontaminieren” und einer Bearbeitung auf diese Weise entgegenwirken. Also Strand, Tennisplatz ect. Alles was einen Untergrund mit warmen Ton hat und von der Sonne beschienen wird, bei klarem blauen Himmel.
Good info! Keep it comin’…