Ist doch eigentlich alles ganz einfach, man läd die Bilder alle ins iMovie und macht eine Slideshow mit ultrakurzen Standzeit für die Bilder draus und?….. geht irgendwie nicht! Das wäre dann auch eine schlichte Slideshow und das bleibt auch Eine. Das Auge kann die Bilder komplett trennen, ausser es wird so schnell, das man auch keine Bewegung mehr wahrnimmt aber das ist dann kein Film sondern ein Chaos.
Aber warum? Sieht man sich die Bilder, die eine Video Kamera aufzeichnet genauer an stellt man fest, das kaum ein einzelnes Bild dabei ist, das wirklich scharf ist, auch wenn der Filmeindruck durchaus scharf ist. Das liegt daran, das die Kameras, bereits die Einzelbilder miteinander verrechnen, damit ein “flüssigerer” Eindruck entsteht und dem Auge geholfen wird die Einzelbilder zu einem Film zu verarbeiten. Genau so, muss das hier auch laufen. Es wird deutlich wenn man sich ein Stück aus dem fertigen Film genau ansieht:
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Klickt man hier “Step-by-Step” durch, sieht man, das zwischen den scharfen Vollbildern immer ein “Geist” eingearbeitet ist. Wo kommt der auf einmal her? Da gibt’s vermutlich auch wieder einige unterschiedliche Methoden, ich verwende dazu ein Echo. Soll Anetta sich zur Musik bewegen, brauchen wir aber zunächst die Taktgeschwindigkeit. Dazu schneidet man sich ein kurzes Layout, mit einer 1 Bild/Frame Rate. Was hier deutlich zu schnell ist, also habe ich die Anzahl der Bilder/sec immer wieder reduziert, bis ich schliesslich bei 12 Bildern/s das Gefühl hatte, sie ist im Takt. Bestimmt kann man das auch berechnen, aber beim Schneiden muss man dem Gefühl den Vortritt lassen, man kann aber immer im Hinterkopf ein bisschen mitrechnen, damit man nicht völlig im trüben fischt.
Im Film wird demnach ein Photo immer für 2 Frames stehen bleiben. Um auch die länge der Echos im Takt zu halten, bleibt man am besten stur auf auf den Tonwerten, also ganze, halbe, viertel, achtel, sechzehntel, usw. Man muss mit dem Echo einen Wert finden, das der “Geist” nicht bewusst wahrgenommen wird, sondern lediglich dem Auge des Betrachters hilft die beiden angrenzenden Bilder zu verbinden. Tatsächlich lagen die besten Werte, auf dem viertel und halben Wert, zwischen den beiden Bildern. Das Echo ist auch deshalb sehr gut dafür geeignet, weil sich damit auch mehrere “Geister” erzeugen lassen, wenn die Bilder etwas weiter ausseinander liegen. Also: 12 Bilder/s ergibt eine Zeit von 0,083 s/Bild davon die hälfte wäre 0,0415. 0,043 war der Wert, den ich verwendet hab. Beim Einsatz des Effekts, muss man darauf achten, das man die Intensitäten der beiden Bilder so einstellt, das am Ende wieder die richtige Helligkeit herscht, fährt man “layer 1″ und ”layer 2″ mit 100%, ergibt das in den hellen Teilen fast 200% was für die Lichter dann deutlich zu hell ist. Welche Werte hier am besten geeignet sind, ist von der Helligkeit der Einzelbilder abhängig.
Ich habe dafür auf den kompletten Film eine 3-Wege Farbkorrektur gelegt und so beim rendern, je nach Motivhelligkeit, die Werte immer ganz weich nachgezogen. Wodurch sozusagen eine “ausgleichende Welle” mit einer Tonwertkorrektur entstanden ist. Natürlich könnte ich hier auch viel erzählen, wenn der Tag lang ist, deshalb brauchen wir den Videobeweis:
Auch wenn man jetzt genau weiß, das da die “Geisterbilder” dazwischen sind, kann man sie nicht sehen, statt dessen bewirken sie ein verschmelzen der Einzelfotos zu einer scheinbar durchgehenden Bewegung. Den Gegenentwurf spar ich mir jetzt, wer will kann das ja selbst mal ausprobieren, lässt man das Echo weg bleibt es ganz deutlich eine Slideshow.